3.+4.11.2013

Den Rest des Samstag langweilie ich mich dann nur, das Internet geht mal wieder nicht und ich hatte eigentlich geplant mit ein paar Leuten zu skypen, aber daraus wurde dann ja nichts...Mein Gastmutter hat mir gesagt, dass irgendwann am Samstag jemand kommt und den Router austauscht, also freue ich mich total, als dieser jemand Samstag Abend plötzlich vor der tür steht. Fast gleichzietig kommt Nono total aufgeregt zu mir und erzählt mir, dass wir ihre Schwester besuchen fahren...Soll mir recht sein, wenn ich danach endlich wieder Internet hab und zuhause Bescheid sagen kann, dass ich noch lebe. Kann ja nicht so lange dauern...Als dann aber alle mit gepackten Koffern vor mir stehen wird mir klar, dass ich wohl heute nicht mehr zum skypen komme. Ich frage Nono ob wir dort übernachten und sie sagt ja. Na toll erstmal Koffer packen...was genau und für wie viele Tage? Keine Ahnung... Nonos Schwester wohnt bei ihrer Oma, da die Eltern zu viel unterwegs ist und die kleine Schwester noch zu klein ist und eine rundum Betreuung brauch. Ich bin bis dahin immer davon ausgegangen, dass die Oma irgendwo in der Nachbarschaft wohnt, dafür ist die Autofahrt aber zu lange. Nach 2 Stunden kommen wir dann bei Nonos Verwandten an, wo ich dann Baby (ausgesprochen Bebe) kennen lerne. Im Ernst ich hab keine Ahnung wie dieses Kind heißt, weil alle nur Baby sagen. Baby ist zuckersüß und für ihr Alter (2) kommt sie mir ziemlich intelligent vor, wahrscheinlich weil ich keine Ahnung von Babys habe. Leider ist meine Laune an dem Abend nicht die beste, da ich den ganzen Tag auf das Internet gewartet habe und ziemliches Heimweh bekommen habe. Als mir dann erzählt wird, dass ich im Hotel schlafen soll, hebt das meine Laune ein bisschen (endlich ein wenig Privatsphäre und zum Frühstück essen was und wie viel ich will). Ja ja wäre zu schön gewesen, natürlich gibt es einen Haken, da meine Gastfamilie Angst hat, dass ich den Frühstücksraum nicht finde (Das haben sie echt so gesagt, die müssen mich für echt blöd halten), soll Nono bei mir schlafen, um zu übersetzen. An diesem Punkt hätte ich fast angefangen zu heulen. Ich weiß auch nicht genau warum, ich war an dem Abend ein bisschen sentimental. ich wollte nur noch nach Hause und mit irgendjemand reden, der meine Sprache spricht. Kein Internet und Anrufe ins Ausland funktionieren mit meiner chinesischen Simkarte auch nicht. Wenigstens konnte ich ein paar SMS versicken (Ich will nicht wissen, was mich das gekostet hat), also hab ich mich erstmal bei Mama ausgeheult. Aber anmerken lassen, kann ich mir vor meiner Gastfamilie natürlich nichts, die machen sich nur Sorgen. Bevor es ins Hotel geht, gehen wir noch Essen, das Vierte Mal heute warm Essen und dann noch eine Fischsuppe, aus der ich die meiste Zeit Gräten rauspule in einem Restaurant (mehr ein Hinterhof mit ein paar Plastikstühlen), dass aussieht wie sau, ich könnte kotzen...Ich versuche aber meine schlechte Laune zu überspielen, da meine Gasteltern mir ganz stolz erzählen, dass es hier das leckerste Essen der Stadt gibt (Ich will die anderen Restaurants nicht sehen). Dann gehts endlich ins Hotel. Ich möchte nur schlafen, sodass endlich morgen ist und wir nach Hause können. Also leg ich mich ins Bett und schlaf schnell ein während Nono noch ein bisschen fernsieht. Am nächsten Morgen gehts mir besser, ich hab durchgeschlafen und nichts geträumt (Das war übrigens Samstag der Hauptgrund meine schlechte Laune). Ich hoffe trotzdem, dass wir schnell wieder nach Hause fahren. Nono und ich gehen erstmal frühstücken und ich bin enttäuscht, dass es keinen Kaffee gibt, dafür ist das Essen ganz gut. Danach holt uns meine Gastmutter ab und wir fahren wieder zu den Verwandten und Baby. Mit Baby im Gepäck gehts dann ans Meer. Leider regnet es ziemlich doll, weshalb wir nicht wirklich an den Strand können. Dafür gucken wir uns einen buddihstischen Tempel an und meine Gastmutter erklärt mir, wie man betet. Das ist interessant. Wir zünden 9 Räucherstäbchen an und verbeugen uns jeweils 3 mal vor 3 Altaren. Danach knien wir nochmal vor jedem Altar und verbeugen uns jeweils drei mal. Dann werden jeweils 3 Räucherstäbchen in einen Topf mit Sand gesteckt, wo sie dann abbrennen. Danach gehen wir auch de Dachterasse des Tempels, von wo aus man die ganze Stadt überblicken kann. Und da wir auf einer Insel sind, sieht man in jeder Himmelsrichtung in der Ferne das Meer. Wenn es nicht so geregnet hätte, hätte man bestimmt schöne Fotos machen können, aber wir kommen bestimmt nochmal wieder. Wir setzen dann Baby Zuhause ab und gehen essen. Das Restaurant liegt direkt am Meer und hat sich auf Meeresfrüchte spezialisiert. Am Eingang stehen verschiedene Aquarien, in denen man sich sein Essen gleich aussuchen kann. Für mich ist das irgendwie mehr abschreckend, als cool, aber naja. Das Essen schmeckt ganz gut. Ich wunder mich jedes Mal, wenn wir in eins dieser schäbigen Restaurants gehen, die so aussehen, als ob sie spontan ein paar Plastikstühle zusammen gesucht haben und ein bisschen was gekocht haben, dass das Essen eigentlich immer gut schmeckt. Wie finden die immer solche Restaurants/Hinterhöfe, freiwillig wäre ich hier nie essen gegangen! Das hört sich jetzt echt mies an, aber von außen, ja gut auch von innen, sehen diese Restaurants immer echt beschissen und heruntergekommen aus und danns schmeckt das Essen so gut. Ja ich weiß ich wiederhole mich... Nach dem Essen gehts wieder zurück zur Familie und Nono macht Hausaufgaben. Ich sitz ein paar Stunden nur doof herum, trinke Tee mit den Verwandten, gucke schlechtes chineisches Fernsehen und verbessere meine Cut-the-Rope-Level. Irgendwann fragt mich meine Gastmutter dann, ob ich mit ihr Shampoo kaufen gehen will. Was für eine Frage? Natürlich! Ich würde jetzt alles lieber machen, als hier weiter dumm rum sitzen. Also schnappen wir uns unsere Regenschirme und gehen in den Supermarkt. Wir kaufen dann ein paar Shampoos (10 oder so, die waren im Angebot) und noch ein paar Snacks. Außerdem bekomme ich eine Tasse, mir wurde nämlich letztens nahe gelegt, dass ich nicht aus den Gläsern der Familie trinken soll, die immer neben dem Wasser stehen. Egal nehm ich halt die Tasse. Nach dem Einkaufen hält meine Gastmutter noch an einem Babyladen und geht ein bisschen shoppen, während ich im Auto warten soll. Das dauert echt lange, aber ich hab mein Handy dabei und kann noch ein bisschen Musik hören. zurück bei der Familie sitz ich dann auf dem Sofa und guck mit der männlichen (!) Verwandschaft die chinesische Version von DSDS. Tut mir leid das an dieser Stelle zu sagen, aber ich hasse chinesische Musik, dass sind fast nur Balladen und die Frauen singen extrem hoch. Ich weiß nicht warum eine Gruppe von Männern sich sowas anguckt. Aber viele chinesische Männer laufen ja auch mit Frauen Handtaschen rum . Ohne Mist, wenn ich einen davon auf der Straße sehe, such ich jedes mal die Freundin deren Handtasche es ist und die den armen Kerl zum Tragen verdonnert hat, aber es gibt keine Freundin, die Handtasche gehört wirklich einem Kerl (Mein Gastvater hat auch eine). Das ist hier halt ne andere Kultur, was bei uns als tuntig rüber kommt, ist hier normal... Irgendwann, als ich gerade fast einen Tinitus bei dem chinesischen Gesang bekommen hätte, kommt der erlösende Satz. Wir fahren nach Hause! Nono kann ich mit Spielen auf meinem Handy beschäftigen und hab so auf der Fahrt einigermaßen meine Ruhe. Im Hintergrund läuft die CD mit amerikanischen Musik, die meine Gastfamilie gekauft (natürlich nur die 5 Lieder, die der chinesischen Musik am ähnlichsten sind), in Dauerschleife. Zuhause haben wir dann einen neuen Router und ich kann endlich wieder skypen. Leider ist es schon sehr spät und meine Gastfamilie ist anscheinend nicht so begeistert, dass ich noch auf bin, was ich daran merke, dass sie irgendwann das Licht in meinem Zimmer ausmachen. Am nächsten Tag ist der Alltag wieder da und ich bin wieder in meiner Routine drinne. Ich hab wieder den ganzen Tag nichts zu tun und guck mir irgendwelche Serien im Internet an. Außer das uns noch auffällt, dass wir bei unserem letzten Ausflug zum Sifteladen Nonos Fahrrad dort vergessen haben und es dauraufhin ein riesen Drama auf Chinesisch gibt (wie gut das ich nichts verstehe), passiert nichts mehr. Morgen versuche ich mal wieder rauszukommen, aber ich habe ein bisschen Angst zu fragen, denn so wie ich das mitbekommen habe, hat sich meine Gastoma über meine letzten Ausflüge aufgeregt und Anny angemeckert, weil sie mir die Erlaubnis gegeben hat. Das kann ja was werden. Egal ich versuch es morgen wieder, ich kann ja nicht immer hier rumsitzen und mir gehen langsam die Serien aus...

4.11.13 15:47

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